Mauer

Die Gemeinde „Mauer bei Heidelberg“ erlangte bereits 1907 durch den Fund des Unterkiefers eines Urmenschen weltweite Aufmerksamkeit. Der Skelettrest gilt mit einem Alter von über 600.000 Jahren bis heute als ältestes menschliches Zeugnis in Europa und prägt damit als neue Art Homo heidelbergensis die Menschheitsgeschichte. Viel mehr zu diesem Fund, dessen Geschichte und wie es überhaupt dazu kommen konnte lässt sich am besten bei einer Führung in Erfahrung bringen, die das Naturdenkmal Sandgrube Grafenrain (dem Fundort des Unterkiefers nachempfunden), das urgeschichtliche Museum im Rathaus sowie das Infozentrum im Heid’schen Haus miteinander verbindet.

Die Gemeinde selbst wurde erstmals im Jahr 1048 als Besitz von Heinrich II. erwähnt und hat mittlerweile knapp über 4.000 Einwohner. Diese sind wohl auch heute noch frei nach Goethe „…höflich, keine Spur von Rohheit; man bemerkt eher eine sittliche Stille.“, wie er 1797 nach seiner Durchreise über Mauer schrieb. Auch der Neckname „Rotschwänz“ für die Mauermer Bürgerinnen und Bürger ist ausnahmsweise mal keine Verunglimpfung, sondern eher eine Anerkennung: ähnlich wie der Singvogel Rotschwänzchen als einer der ersten morgens singt waren die Mauermer Bauern damals wohl ebenfalls als erstes morgens auf den umliegenden Feldern anzutreffen.

www.gemeinde-mauer.de